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Parkkontrollen in EhrenfeldReker fordert mehr Rücksicht – 37 Autos abgeschleppt

Lesezeit 2 Minuten
Zu wenig Platz ? Oberbürgermeisterin Reker schaute bei der Kontrolle genau hin.

Zu wenig Platz ? Oberbürgermeisterin Reker schaute bei der Kontrolle genau hin.

Köln – Die Kontrollen in Ehrenfeld liefen noch keine zwei Minuten, da drohte dem ersten Auto schon der Haken des Abschleppdienstes. Ein BMW parkte auf der Venloer Straße im eingeschränkten Halteverbot und einer Ladezone. Ein Polizist heftete ein Knöllchen an die Scheibe und rief den Abschlepper.

Doch bevor der Wagen abgeschleppt wurde, kam der Fahrer und konnte so den Abtransport verhindern. Dennoch muss der Mann aus Bergheim etwas mehr als 200 Euro zahlen. „Ich habe die Beschilderung nicht gesehen“, sagte er und wirkte nicht besonders geschockt über die Kosten, die auf ihn zukommen.

154 Verwarnungen

Es war der Beginn einer großen Aktion von Stadt und Polizei im Kampf gegen Falschparker, die Gehwege blockieren, auf Ladezonen parken oder Fahrradwege zustellen. Denn: Die Stadt will nach Aussage von Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Ausbau von Fahrradwegen weiter forcieren. „Wir wollen die Verkehrswende schaffen und fördern deshalb den Radverkehr“, ergänzte Reker. Dafür würden Autospuren in Radspuren umgewandelt. Und damit die Radfahrer besser und sicherer in der Stadt unterwegs sind, sprachen Ordnungsamt und Polizei Verkehrssündern ins Gewissen. 37 Autos wurden abgeschleppt und 154 Verwarnungen ausgesprochen.

Alles zum Thema Henriette Reker

Erste neue Radspuren gibt es beispielsweise am Theodor-Heuss-Ring. Weitere Planungen gibt es etwa für den Kaiser-Wilhelm-Ring, Habsburger Ring, Teile der Aachener Straße und Richard-Wagner-Straße. Fahrräder sind in Köln mittlerweile ein „Dauerverkehrsmittel“, wie Gereon Eich von der Polizei sagte. Im Jahr 2018 wurden allein auf der Venloer Straße über 353 000 Bewegungen von Radfahrern registriert.

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Täglich kommt es nicht nur in Ehrenfeld zu Konflikten zwischen Radfahrern und Autofahrern. Dazu hat Reker eine klare Meinung: „Wir kommen nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme weiter.“ In Köln gebe es zu viele Autos für die Straßenverhältnisse. Polizeihauptkommissarin Sonja Bongartz hat in Sachen zugeparkte Ladezone schon einiges erlebt. Häufig hört sie: „Ich muss mal schnell was erledigen.“ Bongartz wünscht sich auch mehr Rücksicht im Straßenverkehr.

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