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Emotionale DankesworteKölner Dreigestirn veranstaltet Festmahl in der Feuerwache Kalk

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Statt Rettungswagen standen in der Feuerwache in Kalk am Freitag festlich gedeckte Tische.

Statt Rettungswagen standen in der Feuerwache in Kalk am Freitag festlich gedeckte Tische.

Vor seinen rund 200 Gästen blickte das Trifolium zurück auf die Session.

Wo normalerweise Rettungs- und Notarztwagen rund um die Uhr auf ihre Einsätze warten, standen am Freitagvormittag mehr als ein halbes Dutzend festlich gedeckter Tische: Das Kölner Dreigestirn hatte zum Festmahl in die Feuer- und Rettungswache 10 in Kalk geladen. Passend zum Motto der Session, „Mer dun et för Kölle“, denn neben den hauptberuflichen Feuerwehrleuten rücken an der Gummersbacher Straße auch die Freiwilligen der Löschgruppe Kalk aus. 

Die Gastgeber, Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne, dankten den Einsatzkräften für ihren Einsatz, vor allem zum Auftakt des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht. Für sie war es nicht der erste Besuch bei der Feuerwehr: Vorgestellt wurden sie der Öffentlichkeit im Sommer des vergangenen Jahres bei der Freiwilligen Feuerwehr in Brück. Feuerwehr-Chef Dr. Christian Miller freute sich, die Karnevalisten in Kalk zu begrüßen: „Wir alle sind für andere da, das eint uns“, so Miller.

Prinz Niklas I. sprach auch den rund 200 anwesenden Gästen seinen Dank aus.

Prinz Niklas I. sprach auch den rund 200 anwesenden Gästen seinen Dank aus.

Eingeladen waren traditionell die Spitzen der Stadtgesellschaft, unter ihnen der aktuelle Oberbürgermeister Torsten Burmester, sowie seine Amts-Vorgängerinnen und -Vorgänger: Henriette Reker, Jürgen Roters und Fritz Schramma. Neben den Familien des Dreigestirns waren auch die Präsidenten der dem Festkomitee angeschlossenen Vereine sowie ehemalige Dreigestirne zu dem Festmahl in die Feuerwache gekommen. Bevor das aktuelle Trifolium aber zu Wort kam, wurden in diesem Jahr zuallererst die Ehrenamtlichen hinter ihnen mit großem Applaus gewürdigt: ihre Adjutanten aus den Reihen der Prinzen-Garde und der Ehrengarde, die Prinz, Bauer und Jungfrau „jeden Wunsch von den Augen ablesen“, sagte später Bauer Clemens über sie: „Ihr seid zu unserer Familie geworden.“

Das Dreigestirn verstehe das Sessionsmotto nicht nur als Satz, sondern auch als Auftrag, sagte Festkomitee-Vizepräsident Lutz Schade, der als Moderator für den beruflich verhinderten Christoph Kuckelkorn eingesprungen war. So wurde auf den Tischen nicht nur geflämmter Lachs und Rinderfilet serviert, auch Karten mit den Gesichtern von Ehrenamtlichen lagen dort aus.

Tränen im Publikum

„Wir sind jetzt 35 Tage im Amt“, resümierte Prinz Niklas Jüngling die Session, „und gerade die Besuche abseits der großen Bühnen sind uns nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen geblieben.“ Dazu gehörten Auftritte im Kindergarten, ein Ostermann-Liedersingen im Altenheim oder der Besuch im Hospiz. Die Geschichte einer inzwischen verstorbenen Frau, die er dort kennenlernte, und deren Gesicht er auf einem Button durch den Rosenmontagszug tragen wolle, rührte in der Feuerwache mehrere Karnevalisten zu Tränen. Auch der Prinz selbst wischte sich am Ende die Augen, als er allen Anwesenden seinen Dank aussprach. „Für uns ist hier ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.“

Für kritische Töne zur Session wurde das Dreigestirnsessen in diesem Jahr nicht genutzt. Es blieb dafür emotional: Bauer Clemens von Blanckart zeigte sich bewegt davon, welch emotionale Strahlkraft sie und ihre Ornate auf die Menschen haben: „Das sind Erlebnisse, die wir nie vergessen werden.“ Stefan Blatt als Jungfrau Aenne sprach kurz vor dem Höhepunkt des Karnevals am Rosenmontag aber auch von Verzicht in der Rolle als Trifolium, vor allem in Bezug auf ihre Familien. „Ich vermisse meine süßen Kinder sehr“, sagte er. Streit untereinander habe es im Dreigestirn, die seit zehn Jahren befreundet sind, dafür nicht gegeben. „Wir hatten ja noch nicht einmal Zeit, miteinander zu sprechen - also auch nicht zum Streiten“, sagte die Jungfrau.