Die zunehmenden Sicherheitsanforderungen für Großveranstaltungen lassen die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen im Kölner Straßenkarneval explodieren.
KostenexplosionKosten für Sicherheit an Karneval in Köln steigen immens

Viel Ordnungsbedarf: Karneval auf der Zülpicher Straße.
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Nach Rundschau-Informationen kalkuliert die Stadt Köln inzwischen mit Ausgaben von bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr für das sogenannte Risikomanagement an Karneval. Zum Vergleich: In der Session 2021/2022 lagen die Kosten noch bei einem Fünftel dieser Summe. Laut einem Bericht des Rechnungsprüfungsamts zahlte die Stadt damals 1,22 Millionen Euro für externes Sicherheitspersonal an Karneval. Ein Jahr später waren es bereits 2,99 Millionen Euro, inklusive der Kosten für die Rasenabdeckung auf der Uniwiese.
In Kürze will das städtische Ordnungsamt die Sicherheitsdienstleistungen an Karneval für die nächsten vier Jahre europaweit ausschreiben. Es geht um die Zeit vom Elften im Elften 2026 bis zum Straßenkarneval des Jahres 2030. Die Vergabe ist Anfang August 2026 geplant. Der siegreiche Bieter soll den Auftrag zunächst für ein Jahr erhalten, mit der Option auf dreimalige Verlängerung um je ein Jahr. Am Donnerstag soll der Stadtrat grünes Licht für ein Gesamtbudget in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro für vier Jahre geben.
An Karneval setzt die Stadt Köln 2600 private Sicherheitskräfte ein
Zu den Leistungen, die daraus finanziert werden, gehören unter anderem Absperrungen und Straßensperrungen, der Einsatz von Sicherheits- und Servicekräften sowie die Durchsetzung des Glasverbots. Einsatzschwerpunkte sind die Altstadt, das Kwartier Latäng und die Südstadt. Wegen der erhöhten Sicherheitsanforderungen für Großveranstaltungen seit den Terroranschlägen in Magdeburg oder Solingen setzt die Stadt mehr Sicherheitspersonal ein, aber auch um Exzesse wie am 11.11.2017 an der Zülpicher Straße zu verhindern.
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Auch die verkehrstechnische Absicherung des Rosenmontagszugs sowie der Schull- und Veedelszöch wurde in das städtische Aufgabenpaket übernommen. An den tollen Tagen sind etwa 400 Mitarbeitende des Ordnungsamts und rund 2600 private Sicherheitskräfte im Einsatz. Vor einigen Jahren waren es noch rund 1800 Security-Leute.
Auch Anti-Terror-Sperren gehören jetzt beim Kölner Karneval dazu
Außerdem werden auch im Straßenkarneval inzwischen sogenannte technische Überfahrsperren eingesetzt, die Anschläge mit Kraftfahrzeugen wie in Magdeburg verhindern sollen. Die Anti-Terror-Sperren waren auf den Kölner Weihnachtsmärkten im Dezember allgegenwärtig. Neben den Leihgebühren für die Sperren aus Stahl muss auch das Bedienpersonal bezahlt werden. Das geht ins Geld. Gerechnet auf alle Großveranstaltungen des Jahres gab die Stadt Köln 2025 insgesamt rund 1,5 Millionen Euro für Überfahrsperren aus.
Nicht zuletzt wird seit 2023 die Uniwiese zweimal pro Jahr an Weiberfastnacht und am Elften Elften mit Kunststoffplatten abgedeckt, um den Rasen vor Beschädigungen zu schützen. Zuletzt wurden weitere Absperrungen im Bereich des Aachener Weihers erforderlich. Das treibt ebenfalls die Kosten für das Risikomanagement in die Höhe.
Für zusätzliche Ausgaben sorgt der Umstand, dass die Stadt Köln die Feierbereiche an 27 Standorten mit Kameras überwachen lässt. Sie übertragen das jecke Treiben live in den städtischen Koordinierungsstab . Die Kameras müssen für den Einsatz auf- und abgebaut sowie kenntlich gemacht werden. Grundsätzlich erhöhen sich die Kosten für die Sicherheit im Straßenkarneval auch, weil die Tarife in der Sicherheitsbranche und der Mindestlohn gestiegen sind.
Einen Ausweg aus der Kostenfalle sieht die Stadt Köln nicht. Man sei zur Gefahrenabwehr verpflichtet, das erhöhte Risikomanagement an Karneval sei zwingend notwendig, heißt es. Um Geld zu sparen, stellt die Stadt allerdings die Verkehrszeichen für die Verkehrssicherung selbst bereit.

