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Lachende KölnarenaÜber 10.000 Jecke schunkeln und feiern wieder

Lesezeit 4 Minuten
Tausende Menschen in der Lanxes-Arena

Die Lanxess-Arena war restlos ausverkauft.

Zwei Jahre konnte die Lachende Kölnarena nicht stattfinden. Am Freitagabend besuchten wieder über 10.000 Jecke den Auftakt in der Lanxess-Arena. 14 weitere Veranstaltungen stehen noch an.

Verkleidet und bunt geschminkt strömen die Menschen am Freitagabend zur Lanxess-Arena. Sie sind schwer bepackt und gut gelaunt. Die Jecken sind los und übernehmen wieder die Kontrolle über das Henkelmännchen. Möhre und Pilot, Polizistin und Teufel, Ahoj-Brause und Kakerlake, sie alle sind gekommen, um endlich wieder ausgelassen Karneval zu feiern. Und wo ginge das besser als beim Auftakt der Lachenden Kölnarena.

Die Arena ist ausverkauft, über 10.000 Jecke bewundern die Feuerwerksshow, als es um 18 Uhr los geht. Trotz des dunklen Saals zu Beginn, sind überall in der Halle blinkende Lichterketten an Kostümen zu sehen. Die Stimmung ist ausgelassen, alle freuen sich darauf, nach zwei Jahren endlich wieder zusammen feiern zu können. „Als wir eine Sekunde lang hier in der Halle waren, wussten wir sofort, was wir vermisst haben. Euch!“, rufen die Paveier der Menge zu.

Zwei Jahre konnte die Lachende Kölnarena nicht stattfinden. Nun stehen nach der Auftaktveranstaltung 14 weitere an fünf Wochenenden an. Eine besondere Regel gibt es: Speisen und Getränke dürfen selbst mitgebracht werden. Und so durchzieht die Halle auch dieses Mal wieder der altbekannte Geruch nach Frikadellen, Käse und Bier. Die Karnevalistinnen und Karnevalisten sind vorbereitet und machen es sich zwischen Pittermännchen, Sektflaschen und ihren Tupperwaren gemütlich.

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2,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in 25 Jahren

Das Programm verspricht einen langen, ausgelassenen und bunten Abend mit bester kölscher Unterhaltung. Bis halb eins haben die Jecken Zeit zu schunkeln, zu singen und zu tanzen. Und das lässt sich niemand zwei Mal sagen. Kaum einer sitzt, das Sicherheitspersonal hat alle Hände damit zu tun, die freudetrunkenen Feiernden zu bitten, die Fluchtwege in den Gängen freizuhalten. Das wird umso schwieriger als Kasalla-Sänger Bastian Campmann die Menge bittet, sich einmal auf den Boden zu setzen. „Nur wer einmal auf dem Boden der Lanxess-Arena gesessen hat, hat wirklich gelebt, meine Damen und Herren. Danach ist man nie mehr so wie vorher.“

Es gibt einige Anlässe zu feiern. Nicht nur kann die Lachende Kölnarena endlich wieder stattfinden, die Veranstaltungsreihe erreicht damit die unglaubliche Anzahl von 2,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern in 25 Jahren. Außerdem erinnert Marita Köllner die Anwesenden: „Wir feiern 200 Jahre Kölner Karneval. Und wir sind dabei.“ Neben Köllner, den Paveiern und Kasalla spielen weitere große Namen am Freitagabend ihre bekanntesten und neuesten Lieder: Stadtrand, Chanterella, Miljö, die Räuber, Mo-Torres, die Höhner, Bläck Fööss, Brings und Cat Ballou sorgen unter anderen für ordentliche Stimmung in der Kölnarena.

Ruhige Aspekte zwischen den Momenten des Feierns

Alt und jung feiern hier zusammen. Hanna Weber ist mit ihrer Mutter und Freundinnen und Freunden von ihnen zum ersten Mal dabei. „Es gefällt mir gut, dass so viele unterschiedliche Gruppen dabei sind. Ich hätte gedacht, dass insgesamt weniger Bands auftreten, aber ich finde das super, so hat man viel Abwechslung“, sagt sie. Viele andere Gäste hingegen fiebern dem Auftritt einer Band besonders entgegen: Kasalla. Und Sänger Bastian Campmann sorgt sich um sein Publikum. „An dieser Stelle müssen wir einmal überprüfen, ob eurer Flüssigkeitshaushalt noch im Gleichgewicht ist“, erklärt er und bittet darum, dass alle gemeinsam anstoßen: „Op die Liebe, op et Lävve, ob die Freiheit und d’r Dud. Alle Jläser huh“, ruft er.

Zwischen den Momenten des Feierns und ausgelassen Seins finden aber einige ruhigere und nachdenklichere Aspekte Einzug in die Arena. So erinnern beispielsweise Sänger der Räuber, Sven West, und Peter Brings an den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. West will ein Zeichen setzen für Frieden, Solidarität, Zusammenhalt und Integration: „Das kann keine Stadt so gut wie Kölle. Wenn alle so wären wie in Köln, gäbe es in Europa keine Probleme mehr.“

Und auch Peter Brings bittet das Publikum darum, ihre Solidarität auszudrücken: „Wenn ihr Lust habt, macht ein Licht an aus Solidarität und lasst uns drei Minuten an die Leute denken, denen es grade nicht gut geht. In der Kölnarena gewinnt jetzt grade die Liebe.“

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