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OB-Interview
Das sind die Olympia-Pläne für Köln

3 min

Im neuen Stadtteil Kreuzfeld ist ein temporäres Olympiastadion geplant.

Im Interview mit der Kölnischen Rundschau erläutert der OB die Vision eines Olympiaparks und wie er sich Yad Vashem in Köln vorstellt.

Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) will im Fall einer erfolgreichen Olympiabewerbung eine Seilbahn von Blumenberg an den Rhein und einen Olympia-Park in Fühlingen realisieren. Im Gespräch mit der Kölnischen Rundschau sagte der OB mit Blick auf den Bürgerentscheid am 19. April: „Wir sind gut aufgestellt. Ich würde mir wünschen, dass die Kölnerinnen und Kölner unsere Vision von Olympia und Paralympics unterstützen.“ Am 19. April stimmen die Bürger in 17 Städten, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen, über die Olympiabewerbung von NRW ab. Köln ist die führende Stadt für die Rhein-Ruhr-Initiative. Ein Olympiastadion ist in den Planungen im Kölner Norden vorgesehen. Köln und NRW wollen sich um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben.

Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Seit 112 Tagen im Amt: Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Weiter kündigte Burmester an, das Ziel von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr in Köln nicht aufgeben zu wollen. „Ich halte das Ziel angesichts des angespannten Wohnungsmarktes weiter für erstrebenswert“, sagte der 63-Jährige. In den nächsten zwei Jahren sei dies nicht zu erreichen. „Aber ich möchte die Zahl als Ziel nicht aus den Augen verlieren.“ Die Stadt hatte sich unter Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit Partnern der Wohnungswirtschaft das Ziel gesetzt, schrittweise auf jährlich 6000 neu gebaute Wohnungen zu kommen. Das ist nicht gelungen. Seit 2016 sind nur zweimal mehr als 3000 Wohnungen in einem Jahr gebaut worden, 2024 waren es nur 1819 Wohnungen. Burmester setzt sich dafür ein, dass Köln nach dem Vorbild des Hamburger Modells Standards für günstigeres Bauen festschreibt. Zudem will er Planungszeiten verkürzen.

Mit Blick auf das geplante Suchthilfezentrum für Drogenkranke am Perlengraben kündigte er eine Initiative auf Bundesebene für die Legalisierung des Mikrohandels im Hilfezentrum am. Die Tolerierung des Kleinhandels mit Drogen gilt als einer der Erfolgsfaktoren des Zürcher Modells, das Köln umsetzen möchte. Sie widerspricht aber der deutschen Gesetzgebung. „Wir müssen das angehen und eine Klausel finden“, sagte Burmester. Er sei sich darin mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) einig. Auch Burmesters Vorgängerin, Henriette Reker, hatte diese Anregung bei der Bundesregierung gegeben. Auf die Frage, wann das neue Suchthilfezentrum fertig werden könnte, sagte der OB: „Es kann Anfang 2027 werden, bis das Zentrum steht.“ In der Bewerbung um eine Bildungs- und Gedenkstätte Yad Vashem in Deutschland erläuterte der OB die Pläne der Stadt für die Nutzung des Studienhauses des Römisch Germanischen Museums. Das Haus soll auf verschiedenen Etagen Bildung und Erinnerung ermöglichen. Auf dem Dach ist ein Garten der Begegnung geplant.

Architekt Manuel Herz soll Studienhaus umbauen

Der Architekt Manuel Herz soll den Umbau gestalten. Herz gilt als einer der renommiertesten Architekten der Erinnerungskultur. Er hat unter anderem die 2010 eröffnete neue Synagoge in Mainz gebaut. Im März will erneut eine Delegation der Gedenkstätte Yad Vashem Köln besuchen. Die Stadt konkurriert mit München, Dresden und Düsseldorf um den ersten Standort außerhalb von Jerusalem.

Der OB deutete an, dass sich mit dem Ausscheiden von Baudezernent Markus Greitemann im Mai die Zahl der Dezernate verringern dürfte. Wirtschaftsdezernent Andree Haack könnte die Aufgaben des Dezernats für Planen und Bauen übernehmen. Burmester kündigte an, den Vorsitz der Initiative Metropolregion übernehmen zu wollen. „Ich halte die Initiative für eine sinnvolle Organisation und möchte die Kommunen, die ausgeschieden sind, zurückholen.“ Ziel des Vereins ist es, dass die Mitgliederstädte, -verbände und Handelskammern geeint auftreten. Allerdings gab es in der Vergangenheit wenig Erfolge vorzuweisen. 13 Mitglieder erklärten im vergangen Jahr ihren Rückzug. Köln