Vor RatsentscheidEntwicklung des neuen Kölner Stadtteils Kreuzfeld nimmt Fahrt auf
3 min
Hier soll der neue Stadtteil entstehen.
Copyright: Bernd Rosenbaum
ANZEIGE
ANZEIGE
Köln – Die seit Jahrzehnten angedachte Entwicklung des neuen Stadtteils Kreuzfeld im Kölner Norden für bis zu 6000 Menschen nimmt nach Rundschau-Informationen Fahrt auf. Demnach soll Baudezernent Markus Greitemann aktuell eine Vorlage für den Verwaltungsvorstand entwerfen, in dem Gremium sitzen die sieben Dezernenten und Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Am vergangenen Dienstag stand das Kreuzfeld schon auf der Tagesordnung, um eine gemeinsame Linie zu finden und allen Dezernenten die Dringlichkeit vor Augen zu führen.
Greitemann soll nach Rundschau-Informationen einen privaten Investor als Entwickler favorisieren. Über ein Regelwerk mit verbindlichen Vorgaben soll sichergestellt werden, dass ein lebendiger Stadtteil entsteht. Bis zu zwei Jahre, so hofft die Verwaltung wohl, könnte ein Investor schneller bauen als sie selbst. Der Stadtrat soll am 18. Dezember über das weitere Vorgehen entscheiden, ab 2023/2024 sollen dort Wohnungen entstehen.
Die ersten Investoren stehen bereit, unter anderem haben Viva-West und Dornieden der Verwaltung schon eine eigene Machbarkeitsstudie präsentiert. Das Kreuzfeld direkt angrenzend an Blumenberg ist ungefähr so groß wie 65 Fußballfelder, zwei Drittel gehören der Stadt, das verbleibende Drittel müsste sie noch kaufen.
Die Oberbürgermeisterin steht bei dem Thema in der Pflicht, im Mai hatte sie zur Halbzeit ihrer Amtszeit gesagt: „Ich bin dafür, dass man den Stadtteil Kreuzfeld im Norden endlich angeht, diesen konsequent plant, auch mit der Anbindung an den Personennahverkehr, mit Schulen und Kindergärten. Ich werde dieses Thema in den Rat einbringen, ich denke, das wird noch in diesem Jahr passieren.“ Ursprünglich hatte der Rat eine Machbarkeitsstudie schon im Dezember 2016 in Auftrag gegeben, laut Verwaltung verhinderten andere Projekte eine Bearbeitung – was die SPD scharf kritisierte.
Groben Zeitplan ausgearbeitet
Reker und Greitemann haben nach Rundschau-Informationen im Spätsommer einen groben Zeitplan ausgearbeitet. Bis Ende 2019 soll eine eigene Machbarkeitsstudie plus Verkehrsuntersuchung fertig sein, in den beiden Jahren danach sollen die städtebaulichen Wettbewerbsverfahren und die Bürgerbeteiligung folgen.
Zwischen 2021 und 2023 will die Verwaltung die planerischen Grundlagen wie Bebauungspläne schaffen, danach die Fläche erschließen und Wohnungen bauen lassen, im Idealfall ab 2023/24.
Erste Pläne gab es schon in den 70er-Jahren
Die vorgelegte Studie der Investoren reicht der Verwaltung nicht, sie will grundlegender untersuchen. Ohnehin ist noch völlig offen, wer die Fläche tatsächlich entwickelt – ein Investor oder möglicherweise doch eine städtische Gesellschaft wie die „Moderne Stadt“.
Am Ende ist es eine politische Frage, bei der das schwarz-grüne Minderheitsbündnis ins Spiel kommt. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Niklas Kienitz sagt: „Ich stelle mir ein Modell wie in Rondorf-Nordwest vor. Ein privater Investor entwickelt das Gebiet und wir binden ihn sehr stark über festgelegte Entwicklungsziele, um ein gemischtes Quartier und keine Schlafstadt zu schaffen.“ In Rondorf-Nordwest baut Entwickler Amelis. Grünen-Fraktionschefin Kirsten Jahn sagt dagegen: „Das städtebauliche Konzept und das Leitbild muss durch die Stadt gesteuert und umgesetzt werden.“
Für das Kreuzfeld existierten schon in den 70er-Jahren Pläne, 1993 gab es einen städtebaulichen Wettbewerb. Aber nichts passierte, es muss neu geplant werden, was an dieser Stelle auch Probleme birgt. In einer Bewertung der Fläche schreibt die Verwaltung unter anderem: „Politisch bisher umstritten“, „hohe Schienenverkehrsbelastung“ und „schutzwürdiger Boden“. Es sind Probleme, die sie nun lösen muss.