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Muezzin-Rufe in KölnDitib informiert sich über Gebetsruf – noch keine Anträge

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Minarett auf Kölner Moschee

Minarett auf der  Kuppel der Moschee der Ditib in Köln 

Köln – Gut einen Monat nach der angekündigten Erlaubnis für den Gebets-Ruf in Köln hat weiter keine der rund 35 Moschee-Gemeinden einen Antrag gestellt. Laut Stadt sind es aktuell zehn Interessensbekundungen. Die Bilanz lautet also bislang: Knapp 29 Prozent der Gemeinden interessieren sich dafür, aber noch hat keine den Anfang gemacht.

Mittlerweile ist aber die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) unter den Interessenten, das bestätigte eine Sprecherin. Die Ditib betreibt unter anderem die größte Moschee in Köln, die Zentralmoschee steht an der Inneren Kanalstraße in Ehrenfeld. Eigentlich hatten Stadt und Ditib 2008 vereinbart, dass es keinen öffentlichen Gebetsruf geben soll. Doch das will die Ditib neu verhandeln. Ob sie einen Antrag stellt, ließ die Sprecherin offen, das werde beraten. Zur Erinnerung: Die Moschee-Eröffnung geriet 2018 zum Politikum, es war kein Stadt-Vertreter dabei.

OB Reker überraschte mit Ankündigung

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) Anfang Oktober überraschend mitgeteilt, dass die Moscheen freitags zwischen 12 und 15 Uhr für fünf Minuten öffentlich zum Gebet rufen lassen dürfen – wenn sie es bei der Verwaltung beantragt haben und Voraussetzungen erfüllen. Es geht dabei um die Frage, wie laut der Ruf sein darf und ob ein Lautsprecher verwendet wird. Die Stadt will die Lautstärke je nach Lage der Moschee festlegen. Der Test dauert zwei Jahre.

Im Stadtrat ist am Dienstag erneut deutlich geworden, dass viele Politiker den Vorstoß von Reker (parteilos) inhaltlich zwar unterstützen – das Vorgehen aber für falsch halten. Die Verwaltung hatte es dem Rat nur formal mitgeteilt. Michael Hock von der Satire-Partei „Die Partei“ sagte: „Eine Diskussion zu dem Thema sollte stattfinden.“ Auch die Grünen sprachen davon, dass man darüber diskutieren müsse.

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Die AfD-Fraktion hatte eine Aktuelle Stunde zum Thema beantragt – die es überraschenderweise auf die Tagesordnung geschafft hatte. Denn zwei weitere Anträge scheiterten: Erstens von der „Partei“ zum Mäuerchen auf der Zülpicher Straße. Und zweitens von unter anderem Grünen, CDU, SPD und Volt zur schwierigen Situation auf den Feiermeilen. In beiden Fällen schafften es die Fraktionen nicht, die Anträge unfallfrei zu stellen. Sie hatten die AfD nicht informiert, das sieht aber die Geschäftsordnung vor – die Antragsteller standen blamiert da.