„Real-Labor“ für KölnDiese Ideen sollen den Ebertplatz neu beleben

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Der Ebertplatz steht erneut im Zwielicht. Ganz in der Nähe wurde ein Mann mit schweren Messerverletzungen gefunden.

In keinem guten Zustand: der Ebertplatz.

Die langfristige Umgestaltung des problembehafteten Ebertplatz in Köln lässt weiter auf sich warten. Doch drei Interventionen sollen in diesem Sommer helfen. Am Mittwochabend werden sie vorgestellt.

Licht und Schatten der Stadtgesellschaft geben sich am Ebertplatz regelmäßig die Klinke in die Hand. Im Sommer blüht der Platz regelrecht auf, wenn der Brunnen an heißen Tagen für Abkühlung sorgt und zuletzt vor allem das Café im Container für Verweilen am Platz sorgte. Auf der anderen Seite stehen die andauernden Negativ-Schlagzeilen um Drogen und Kriminalität. Immer wieder kommt es dort zu Gewalttaten. Die langfristige Umgestaltung, die der Stadtrat und die Verwaltung seit Jahren anstreben, lässt weiter auf sich warten. Nun sollen in diesem Sommer drei Interventionen als eine Art „Real-Labor“ Ideen für einen Neuanfang liefern.

Freitreppe, Sitzmöglichkeiten und eine Installation für den Ebertplatz

Die drei temporären Maßnahmen sind eine Freitreppe vom Eigelstein zum Ebertplatz, Sitzmöglichkeiten im Bereich der Passage und eine Installation zur Sichtbarkeit der Passage im Straßenraum. Sie sollen im Sommer für drei Monate realisiert werden. Die prägnanteste Idee ist die Freitreppe zum Ebertplatz. Sie soll Platz und Eigelstein enger verbinden und einen Zugang ohne Unterführung realisieren. Zudem könnte sie Raum schaffen zum Verweilen, ähnlich wie die 500 Meter lange Freitreppe am rechtsrheinischen Rheinufer, nur mit einem etwas weniger prominenten Ausblick. Wie das gehen soll, erklären die Architekturstudenten der Technischen Hochschule Köln in ihrer Ausstellung in der Passage am Mittwoch, 18. Januar, ab 18 Uhr.

In der Passage sollen Sitzpodeste Möglichkeiten für Aufenthalte schaffen. Diese könnten das bisherige Angebot des Gastronomie-Containers und auch weitere gastronomische Angebote ergänzen, die im Rahmen der temporären Intervention von drei Monaten zusätzlich entstehen könnten. Zudem soll eine temporäre Installation oberhalb des Lichthofs mehr Aufmerksamkeit für den Platz als Ort für Kunst und Kultur schaffen.

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Ideen von Studieren im Architektur-Master der TH Köln

All diese Ideen stammen von Studierenden im Master Architektur der TH. Die Entwürfe präsentieren die angehenden Architekten gemeinsam mit Diplom-Ingenieurin Susanne Kohte, Professorin Yasemin Utku und Diplom-Ingenieur Chris Schroeer-Heiermann von der TH. Im Anschluss, gegen 20 Uhr, ist gemeinsam mit dem Bürgerverein Kölner Eigelstein eine Diskussion im „Em Kölsche Boor“ geplant.

Zudem sind die Interventionen Teil des Projekts „Ebertplatz 0?“, das im Oktober 2021 gestartet ist und an dem neben der TH Köln auch der Verein Brunnen sowie Baukultur NRW beteiligt sind. Zudem geschehen alle Umsetzungen in Abstimmung mit dem Kulturamt der Stadt Köln, dem Bürgerverein Kölner Eigelstein, der Alten Feuerwache, sowie den Zwischennutzern und Akteuren der Stadt. Die temporären Maßnahmen im Sommer sind bereits die vierte Phase des Projekts, das langfristige Lösungen für die Umgestaltung des Ebertplatzes liefern soll.

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