Arschbomben und Tatoos zum JubiläumDas Kölner Stadionbad wird 100 Jahre alt

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In der Jubiläumssaison werden auch die Kunstspringer der „Cologne Bombs“ wieder vom Sprungturm abheben. Bis zu 6000 Gäste werden an heißen Sommertagen erwartet.

In der Jubiläumssaison werden auch die Kunstspringer der "Cologne Bombs" wieder vom Sprungturm abheben. Bis zu 6000 Gäste werden an heißen Sommertagen erwartet.

Wenn es einen Ort gibt, wo die Stadt seit 100 Jahren abtaucht, dann ist es das Stadionbad. Im Jubiläumsjahr stehen zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen an. 

Sechs Wochen lang hat das Personal der Kölnbäder GmbH geschrubbt, Unkraut gezupft und mit Hochdruck Steinfliesen und Becken gereinigt, nun ist das Stadionbad für eine ganz besondere Freibadsaison gerüstet. Vor 100 Jahren wurde die Eröffnung des „Gartenbads“ im Müngersdorfer Sportpark gefeiert, Oberbürgermeister war damals der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer. „Wir haben ein sehr aufregendes Jahr vor uns. Es gibt nicht viele Bäder in Deutschland, die noch in der Form bestehen, wie sie vor 100 Jahren angelegt worden sind“, sagt Kölnbäder-Chefin Claudia Heckmann. Gefeiert werden soll die gesamte Saison hindurch.

Diesen Samstag soll allen Wetterprognosen zum Trotz in Ossendorf und Höhenberg die Freibadsaison starten, die übrigen Freibäder werden später folgen. Die Eintrittspreise haben sich nicht verändert, der Normalpreis für Erwachsene beträgt 5,80 Euro. Von Samstag an wird 100 Tage lang eine Jubiläums-Vorteilskarte angeboten, die Karte kostet 100 Euro und gewährt 15 Prozent Rabatt auf alle Besuche bei den Kölnbädern. Von Juni an wird dann auf 100 KVB-Leihrädern für die Bäder geworben, Sprungturm im Stadionbad hängt ein riesiges Banner, die Marketingabteilung hat Jubiläums-Brause, Klebe-Tatoos und Frühstücksbrettchen fertigen lassen.

Wassertemperatur liegt bei kühlen 21 Grad

Die allgemeinen Kostensteigerungen hatten die Kölnbäder GmbH in den Energiesparmodus gezwungen, die Sauna des Stadionbads wird am kommenden Montag wieder öffnen, die Wassertemperatur in den Außenbecken wird zum Start 21 Grad betragen. „Das ist frisch, aber die Edelstahlbecken erwärmen sich bei Sonnenschein recht schnell“, weiß Marc Riemnann, Leiter des Betriebsmanagements. Vorigen Sommer hatte das Wasser zum Teil mittelmeerhafte 27 Grad erreicht.

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Bereits jetzt haben die Kölnbäder alle erforderlichen Saisonkräfte an Bord, durch ein berufliches Speeddating konnten im Frühjahr 30 Personen gewonnen werden. „Die Personalsituation hat sich normalisiert, auch Studierende fragen wieder verstärkt nach Jobs“, stellt Heckmann fest. Gerade in Müngersdorf werden viele Kräfte eingesetzt, denn an sonnigen Tagen tummeln sich hier bis zu 6000 Gäste. Der Spitzenwert stammt aus dem Sommer 2013, hier registrierten die Verantwortlichen an einem Tag 9860 Gäste.

Sanierung im Jahr 2010

Das Stadionbad war im Jahr 2010 einer Sanierung unterzogen worden, damals waren die neuen Edelstahlbecken in den alten Fliesenbecken installiert worden, seitdem ist der Sprungturm auch nicht mehr ganz zehn Meter hoch, auch die anderen Absprungstationen hatten dadurch an Höhe eingebüßt. Ganz so genau nehmen es die Kunstspringer der „Cologne Bombs“ aber nicht, wenn sie am 26. und 27. August zu akrobatischen Figuren abheben werden. Für das Finale des Springturniers werden zehn Wild-Cards vergeben – in den kommenden Wochen können sich begabte Springerinnen und Springer mit einem Video für die Teilnahme bewerben. In den Sommerferien soll hierfür in bestimmten Zeitfenstern das Filmen am Springerbecken erlaubt werden, genaue Informationen sollen in den kommenden Wochen noch veröffentlicht werden.

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