Köln – So ganz ging es dann doch nicht ohne kölsche Partys an Weiberfastnacht: Meldete die Polizei und das Ordnungsamt am Weiberfastnacht zunächst einen ruhigen Tag für die Einsatzkräfte und dass sich die Kölner vorbildlich verhalten haben, stellt sich die Lage am Freitag anders da: Das Ordnungsamt musste doch zahlreiche private Partys in Köln auflösen.
Oberbürgermeister Henriette Reker verurteilte das Verhalten der Feierenden bei einer Pressekonferenz am Freitag im Rathaus scharf: „Diejenigen, die in diesen Tagen private Feiern organisieren, verhalten sich in meinen Augen völlig verantwortungslos“. Beispielsweise wurde eine laute Karnevalsparty in Ehrenfeld aufgelöst. „Wir alle üben uns nun seit einem Jahr in Verzicht und die Auswirkungen für viele Bereiche – Einzelhandel, Veranstaltungsbranche, Gastronomie, Kultur – sind verheerend. Daher habe ich kein Verständnis für diejenigen, die in egoistischer Weise trotz Verbots und aller Appelle an die Vernunft private Feiern organisieren und sich treffen, als würde sie das alles nichts angehen. Das ist unsolidarisch und damit inakzeptabel. Jeder einzelne von ihnen trägt dazu bei, dass wir alle länger warten müssen, bis wir die Regeln lockern können“, so Henriette Reker am Freitag.
Gegen 21 Uhr fuhren die Beamten an der Rochusstraße vor. Die Einsatzkräfte trafen auf acht Personen aus vier verschiedenen Haushalten. Gegen 22.30 Uhr dann der nächste Einsatz: In einer Wohnung an der Tempelstraße in Deutz ging es hoch er. „Der Gastgeber öffnete den Beamten im Hasenkostüm und mit einem Kölschglas in der Hand die Tür“, sagte ein Sprecher der Stadt Köln. Zuvor sei laute Musik gespielt worden. Drei Menschen verließen schnell die Räume als die Beamten vorfuhren. Die Feiernden hatten Jacken über die Karnevalskostüme gezogen und gingen rasch weg.
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Eine weitere Party musste im Blücherpark aufgelöst werden. Dies geschah bereits gegen 18.30 Uhr. Etwa 50 Menschen feierten am Rande des dortigen Teiches. Für die Veranstaltung wurde beispielsweise ein Getränkewagen und andere Wagen für die Versorgung der Partygäste bereitgestellt. Das Ordnungsamt schrieb in allen Fällen Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln.
Einsatz wegen illegaler Prostitution
In der Südstadt kam es in einem Haus am Salierring erneut zu einem Einsatz wegen illegaler Prostitution. Angetroffen wurde ein Freier mit drei Prostituierten. Gefunden wurden in der Wohnung 1000 Euro. Diese Räume werden offenbar im Internet angeboten. Insgesamt fuhren die Einsatzkräfte zu zehn Fällen wegen illegaler Prostitution. Insgesamt spricht die Stadt Köln am Freitag von 40 Verstößen gegen Kontaktbeschränkungen im privaten Raum. Erst vor einer Woche hatte die Stadt die Regeln für private Treffen verschärft. Außerdem ahndeten die Kräfte 58 Maskenverstöße.


