- Viele deutsche Städte haben sich im Rennen um die IAA Hoffnungen gemacht.
- Klar ist jetzt: Nach 70 Jahren wechselt die Automesse ihren Standort. Frankfurt am Main ist aus dem Rennen.
- Die Hauptstadt ist für viele jetzt der Favorit.
Köln – Ganz ohne Autos wird es wohl nicht gehen. In dem Bewerbungsverfahren um die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) 2021 wird viel über neue Mobilität, vernetzte Systeme und klimaschonende Fortbewegung debattiert. Es wirkt bisweilen, als wolle die Branche ihre Autos nur noch im Keller zeigen. Auch Köln hatte in seiner Präsentation beim Verband der Automobil-Industrie (VDA) den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovationen gelegt.
Mit Berlin, Hamburg und München gehen nun drei Städte in finale Rennen. Ausgeschieden ist neben Köln, Stuttgart und Hannover auch Frankfurt. Die Messe wechselt damit nach 70 Jahren den Standort.
Verkündung im Frühjahr
Der VDA hat die Entscheidung am frühen Abend mitgeteilt. In dem 19-köpfigen VDA-Vorstand sind die großen Autobauer wie Daimler, VW und BMW vertreten, aber auch Zulieferer wie Bosch oder Continental. Der Verband ist im Verfahren selbst in die Kritik geraten, weil er die Messe zwar neu ausrichten will, aber dazu keine konkreten Vorgaben gemacht hat. Es existiert ein loser Anforderungskatalog, vor allem aber vertrauen die Industrievertreter auf die Kreativität der Bewerberstädte.
Der VDA will mit den verbleibenden drei Konkurrenten (siehe „Messe-Steckbriefe“) nun Gespräche führen und die ausrichtende Stadt im Frühjahr verkünden. Kölns Messechef Gerald Böse hatte mit Blick auf die erfolgreiche digitale Spielemesse angekündigt, er wolle die IAA zu einer „Gamescom der Mobilität“. Die Enttäuschung über die Absage war in der Deutzer Zentrale deutlich spürbar. Ein Vorstoß in den Kreis der letzten drei Bewerber wäre schon ein großer Erfolg gewesen. Böse hatte mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Präsentation in der vergangenen Woche in Berlin für Köln geworben.
Welche Rolle spielte der Termin?
Offenbar spielte bei der Absage auch der Termin eine Rolle. Die Stadt teilte mit: „Es ist bedauerlich, dass wir den VDA mit unseren Plänen für eine Mobilitätsmesse der Zukunft nicht überzeugen konnten.“ Für das ganzheitliches Konzept sei bewusst ein Termin im Sommer gewählt worden, um die neue Mobilität auch unmittelbar in die Stadt zu tragen. Der Verband schaut offenbar weiter auf einen Termin im Herbst. „Die Ideen werden wir als Stadt Köln aber weiter verfolgen, um die Verkehrswende in unserer Stadt voranzutreiben“, so Reker.
Im Vorfeld der Bewerbung hatte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) der Stadt eine Förderung im Zusammenhang mit der IAA zugesagt. Bis zu rund zwölf Millionen Euro könnten in den kommenden Jahren abgerufen werden – vor allem für die Umsetzung von Ideen im Bereich alternativer Kraftstoffe und Antriebe. Der VDA hatte zudem Teststrecken für automatisiertes Fahren und eine Ladeinfrastruktur für alternative Antriebstechniken gefordert.
Berlin: Hip und Heimat von Tesla
Berlin gilt vielen nun als Favorit für die IAA. Die Stadt rühmt sich einer Ideenfülle in Sachen smarter Fortbewegung. Hippe Metropole, Regierungs- und Verbandssitz ist Berlin sowieso. Mit Tesla baut zudem der E-Auto-Premiumanbieter vor den Toren der Stadt sein erstes europäisches Werk. Dass die mitregierenden Grünen sich klar gegen die IAA gestellt haben, fiel offenbar weniger ins Gewicht.
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Auch Hamburg und München sehen sich als Mobilitätshauptstädte und haben sich reichlich digitale Innovationen in die Bewerbung geschrieben. Im Frühjahr wird der VDA die neue Ausrichterstadt verkünden. Dann drängt die Zeit für die Ausrichtung der IAA 2021.


