Abo

Koelnmesse-Delegation in SüdamerikaWarum das Land als Partner jetzt so wichtig ist

3 min

Beim Rundgang informierten sich Henriette Reker (M.) und Gerald Böse am Stand Uruguays über Bioprodukte – hier mit der First Lady des Landes, Lorena Ponce de León (r.).

São Paulo/Rio – Die Koelnmesse und Kölnbusiness Wirtschaftsförderung bauen wieder persönlich Brücken nach Südamerika. Nach langer Zeit ohne Möglichkeit zum Austausch vor Ort werden die kölnisch-brasilianischen Beziehungen gerade in São Paulo und Rio de Janeiro intensiviert – in Gesprächen bei der Eröffnung der Lebensmittelmesse Anufood Brazil in São Paulo, bei Treffen mit hochrangigen Vertretern der Ernährungsindustrie, Generalkonsuln und Bürgermeistern sowie Begegnungen im Rahmen der seit elf Jahren bestehenden Städtepartnerschaft Kölns mit Rio de Janeiro.

„Es war wie so eine Art Klassentreffen, alle waren ganz beseelt davon, sich persönlich zu treffen“, schwärmt Koelnmesse-Chef Gerald Böse von der Atmosphäre beim Dinner mit Repräsentanten der Wirtschaft in Sao Paulo, wo sich Montag die Delegation auf den Brasilienbesuch von 12. bis 14. April einstimmte.

Kölner Delegation eröffnet Anufood Brazil

Die Eröffnung der Anufood durch Böse und der Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeisterin Henriette Reker stand am Dienstag auf dem Programm. Die Anufood ist eine Satellitenveranstaltung der Kölner Anuga und wichtiger Bestandteil des Südamerikageschäfts der Messe. „Schon der erste Messetag war sensationell, ein sehr gelungener Messe-Restart, wie wir ihn gerade auch in Köln erleben“, so Böse.

Hauptanliegen des Brasilien-Besuchs ist dabei die weitere Entwicklung des Messegeschäfts in Südamerika. Es sei „sehr beeindruckend zu erleben, wie die Messe angenommen wurde und wie viel Dank wir bekommen haben, dass das Event stattfinden konnte“, betont Reker. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage „sei die gute Verbindung gerade im Ernährungssektor Gold wert“, sagte sie mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Es gelte gerade jetzt in der westlichen Welt bewährte Kooperationen zu nutzen. Böse betont, der südamerikanische Markt sei ein Gigant in der Lebensmittelproduktion und dessen riesiges Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Gerade auch im Agrar- und Foodbereich brauche man Südamerika jetzt mehr denn je. Das Messegeschäft sei eine gute Brücke zum weiteren Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen dem gemeinsamen südamerikanischen Markt (Mercosur) und EU. „Dabei spielen Messen als Austauschplattform eine enorme Rolle.“

Konkrete Kooperationen mit Südamerika geplant

Konkrete Projekte in Kooperation mit der Koelnmesse werden etwa im Bereich Kind und Jugend, Handarbeit und Hobby geplant, außerdem laufen Gespräche mit der Apex-Agentur für Exportförderung, dass die Koelnmesse einen Pavillon auf der Expo in Osaka 2025 organisiert und betreibt. Unterschrieben wurde darüber hinaus eine Kooperationsvereinbarung von Kölnbusiness mit der São Paulo Invest-Wirtschaftsförderung.

Köln werde auch als attraktiver, zentraler Standort für Startups wahrgenommen. Bereit jetzt gibt es mehrere brasilianische Unternehmen mit einem Firmensitz auch in Köln, darunter als Thinktank die Stiftung Fundacao Getulio Vargas.

Das könnte Sie auch interessieren:

In Brasilien ist ebenfalls das Thema Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen, sagt Reker. Nicht so erwartet habe sie, dass auch eine Menge Bioprodukte auf der Anufood präsentiert wurden. Im nun 11. Jahr der Städtepartnerschaft Köln-Rio führte die OB in Rio Mittwoch weitere Gespräche mit Amtskollege Eduardo Paes etwa über den Ausbau der Klimapartnerschaft.