Für das Jubiläumsjahr sieht sich die Sparkasse Köln Bonn gut gerüstet. Im abgelaufenen Jahr fuhr sie einen Gewinn von 36,6 Millionen Euro ein.
200 JahreSparkasse Köln Bonn will im Jubiläumsjahr wachsen

Vorstands-Chef Ulrich Voigt und das stellvertretende Vorstandsmitglied Cathrin Dauvem vor dem Sparkassen-Campus in Köln-Ossendorf.
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Die Sparkasse Köln Bonn hat sich für das laufende Jubiläumsjahr einiges vorgenommen. „Wir wollen unsere starke Marktstellung weiter ausbauen – nicht als Selbstzweck, sondern um neue Geschäftsfelder zu erschließen, größere Kredite zu vergeben, und Unternehmen in der Region zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen“, sagte Vorstands-Chef Ulrich Voigt am Donnerstag. Gerade in einem anspruchsvollen Umfeld sei Wachstum ein wichtiger Hebel, um die eigene Ertragskraft zu stärken, ergänzt das stellvertretende Vorstandsmitglied Cathrin Dauven, die unter anderem für Finanzen zuständig ist.
Das sind neue Töne im Jahr, in dem die Sparkasse Köln Bonn 200 Jahre alt wird. Lange hatte das Institut zurückhaltender agiert. Grund war auch, dass Geldhäuser ab einer Bilanzsumme von 30 Milliarden Euro von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt werden. Das ist aufwendiger und teurer. Vogt beziffert die Mehrkosten auf 15 Millionen Euro pro Jahr. Im Herbst hatte Sparkassen-Chef Voigt im Gespräch mit der Rundschau angekündigt, diese Zurückhaltung aufzugeben. Auf die EZB-Aufsicht sei man vorbereitet.
Bilanzsumme steigt Ende des Jahres über 30 Milliatrden
Überschritten wird die Schwelle mit Ablauf des Jahres. Da ist es sinnvoll, zusätzliche Kosten durch Wachstum und zusätzlichen Ertrag zu kompensieren, wie Dauven und Voigt bei der Vorlage des Zahlenwerks für das abgelaufene Jahr deutlich machten. Kunden will das Institut mit einem neuen digitalen Depot gewinnen, das in der Sparkassen-App integriert ist. Das Angebot wendet sich an digital affine Kunden, die Anlageentscheidungen selbst treffen. Sie könnten ohne Grundgebühren Wertpapiergeschäfte rund um die Uhr tätigen.
Und im Firmenkundengeschäft nutzt die Sparkasse künftig eine KI-gestützte Plattform für Immobilieninvestoren, Partner und Sparkassen-Mitarbeitende zur Beschleunigung von Prozessen. Neu aufgestellt ist bereits das Privatkundengeschäft. Service- und Beratungsaufgaben sind seit Jahresbeginn getrennt. Dadurch sollen Beraterinnen und Berater mehr Zeit für individuelle Kundengespräche bekommen, zentrale Servicestellen sollen Kundenanfragen schneller beantworten.
Neue Beratungseinheit für junge Menschen
Neu ist auch eine Beratungseinheit für Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Hier sind auch die Beraterinnen und Berater im Alter der Zielgruppe, auf dass sie die passende Ansprache finden. Auch sind sie besonders geschult.
Mit 2025 zeigte sich das Institut zufrieden. „Wir sorgen auch in herausfordernden Zeiten für Stabilität und wachsen“, sagte Vorstands-Chef Voigt. Dauven sprach von einem guten Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme wurde laut Dauven deutlich auf 29,2 (2025: 28,1) Milliarden gesteigert. Dabei legten die Einlagen auf 24,4 (23,3) Milliarden zu. Gefragt waren vor allem kurzfristig verfügbare Sichteinlagen, die auf 16,7 (14,8) Milliarden kletterten. Spar- und Termineinlagen und Sparkassenbriefe waren dagegen etwas weniger gefragt.
Wenig faule Kredite
Vom guten Börsenjahr 2025 profitierten die Depots der Kunden. Ihr Volumen kletterte auf 21,7 ((20,2) Milliarden. Dabei war für die eine Hälfte des Plus der Wertzuwachs verantwortlich, für die andere Hälfte das Neugeschäft, so Dauven. Leicht zulegen auf 22,3 (21,8) Milliarden konnte das Kreditportfolio. Es profitierte von einer Belebung in der Baufinanzierung, für die private und gewerbliche Kundinnen und Kunden verantwortlich waren. Die Sparkasse habe aber auch „verbesserte Konditionen“ angeboten, hieß es.
Und besonders erfreulich für das Institut ist, dass es vergleichsweise wenig faule Kredite gab, die im Wert hätten berichtigt werden müssen. Dauven bezifferte diesen Posten auf rund 70 Millionen. Allerdings sank der Zinsüberschuss auf 539,7 (580,7) Millionen im Zuge der EZB-Leitzinssenkungen. Unter anderem 8000 neue Konten halfen, den Provisionsüberschuss auf 225 (222,3) Millionen zu steigern.
100 neue Stellen geschaffen
Mehr Geld gab das Institut für Personal aus. Hier wirkten sich neben Tariferhöhungen auch Neueinstellungen aus. 100 neue Stellen seien geschaffen worden, so Voigt. Außerdem hätten 250 Mitarbeitende ausscheidende Mitarbeitende ersetzt. Und die Sachkosten kletterten wegen Investitionen in die Filialen. Unverändert 41 Filialen hat das Institut laut Voigt, außerdem fahren acht Sparkassen-Busse Haltepunkte an. Änderungen am Netz seien nicht geplant.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank auf 295,2 (358,6) Millionen. Dafür verbesserte sich das Bewertungsergebnis auf minus 45 (minus 113) Millionen. Wie im Vorjahr stärkt das Institut die Reserven mit 110 Millionen. So ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von 139,7 (135,6) Millionen und ein Bilanzgewinn von 36,6 (37,4) Millionen. „Wir haben eine gute Ausgangsbasis für Geschäfte in 2026“, sagte Dauven. Sie verweist auch darauf, dass die Kernkapitalquote – auch wegen einer neuen Art der Berechnung – auf 18,9 (13,6) Prozent stieg.
Chronik zum 200. Geburtstag
Feierlichkeiten zum Jubiläum beginnen im April. Unter anderem gibt es eine Festschrift. Darin werde auch der Nationalsozialismus aufgearbeitet, der in früheren Chroniken nicht vorgekommen sei, so Voigt. Ein erstes Ergebnis: „Wir waren nicht schlechter als alle anderen, aber auch nicht besser. Wir haben nicht opponiert.“ Über Konsequenzen werde nachgedacht.

