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Ausbau am Geißbockheim Gegner präsentieren FC-Brief aus der Vergangenheit

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Ein Blick auf das Geißbockheim im Grüngürtel

Köln – Die Gegner der Ausbaupläne des 1. FC Köln im Äußeren Grüngürtel fürchten kurz vor der Entscheidung des Stadtrats, dass der Fußball-Erstligist es dabei nicht belässt. Als Beweis nannte der „Landschaftspark Belvedere – Freundes- und Förderkreis zur Vollendung des Äußeren Grüngürtels“ am Dienstag erneut ein Schreiben des Clubs an die Ratsmitglieder. Es stammt wohl aus dem Jahr 2007. Damals ging es um den Ausbau des Clubheims selbst, das sahen einige Politiker kritisch. Darin heißt es: „Der 1. FC Köln beabsichtigt auch in Zukunft nicht, Flächen zu überbauen, die nicht bereits jetzt mit Hochbauten überbaut sind.“ Verfasser sind die früheren FC-Geschäftsführer Claus Horstmann und Michael Meier.

Gebrochene Zusagen

Nur: Gibt der Rat am 18. Juni sein Okay für die FC-Pläne, baut der Club zumindest Kunstrasenplätze auf den Gleueler Wiesen. Die Freunde und Förderer sprechen von gebrochenen Zusagen. Der Verein bestätigte die Echtheit des Briefes, ein Sprecher verwies auf Aussagen von FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle aus der Vorwoche. Wehrle hatte gesagt: „Wir haben bewusst keine Salamitaktik gewählt, sondern ein transparentes Verfahren.“ Es gebe keine Pläne für die Zukunft. „Für alles andere würde es wieder ein ganz neues Verfahren brauchen.“

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Alles zum Thema Henriette Reker

Seit 2014 treibt der Club den erneuten Ausbau voran, es geht um ein neues Nachwuchsleistungszentrum am Geißbockheim sowie drei Kunstrasenplätze und vier Kleinspielfelder auf den nördlich gelegenen Gleueler Wiesen. 20 Millionen Euro soll das kosten. Wann es losgeht, steht nicht fest – und hängt davon ab, ob Umweltschützer klagen. Das gilt als wahrscheinlich.

FC besteht auf ursprünglicher Planung

Als Alternative stimmt der Rat darüber ab, ob nur das Nachwuchsleistungszentrum am Geißbockheim gebaut wird und die neuen Plätze möglicherweise in Marsdorf. Allerdings müsste die Stadt darüber mit dem FC verhandeln, der Club besteht aber auf seiner ursprünglichen Planung. Die Zustimmung des Rates zu den Vereinsplänen gilt als wahrscheinlich.

Es bleiben Fragen, die Gegner und Befürworter schon länger beschäftigen: Darf ein Verein seine Meinung ändern? Handelt es sich um Wortbruch? Oder um eine Anpassung? Die Stadt bewertet es in der Analyse der 7147 Eingaben der Bürger so: „Auch ein (Profi-)Sportverein unterliegt dem Wandel gesellschaftlicher und funktionaler Ansprüche und Notwendigkeiten.“ Mehr Erweiterung würde nicht erwartet.

Auch OB Reker änderte ihre Meinung

„Insgesamt soll der Bebauungsplan somit abschließend die Entwicklungsmöglichkeiten im RheinEnergieSportpark regeln (damit ist das Areal rund ums Geißbockheim gemeint, Anmerkung der Redaktion).“ Der Förderkreis hätte sich mehr Ergebnisoffenheit von der Stadt bei der Einschätzung der Eingaben gewünscht.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte wie der FC ihre Meinung geändert: 2015 hatte sie sich für die Pläne ausgesprochen, 2019 war sie wegen des Klimanotstandes abgerückt, wollte eine Alternative. Wehrle hatte gesagt: „Ich empfinde das als unfair.“ Der Kampf um Argumente und Deutungen wird politisch wohl erst am 18. Juni enden.