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Tag des offenen DenkmalsKölnerinnen und Kölner werfen einen Blick hinter verschlossene Türen

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Einblicke in den Hansasaal des Rathauses inklusive des exklusiven Parketts.

Einblicke in den Hansasaal des Rathauses inklusive des exklusiven Parketts.

Einmal im Jahr wird sich Köln seiner Denkmäler besonders bewusst. Tausende Besucherinnen und Besucher kommen zu Orten, die sonst nicht zugänglich sind. 

Hier kommt selbst der eingefleischteste Kölner nur selten rein: Der Hansasaal im historischen Rathaus ist das Herzstück des mittelalterlichen Baus. Die Tagungsstätte der Hanse aus dem 14. Jahrhundert wurde nach dem Krieg in ihrer hochgotischen Form wiederhergestellt. Hier gibt OB Henriette Reker normalerweise Empfänge für geladene Gäste, doch am Sonntag konnte anlässlich des „Tag des offenen Denkmals“ der Saal von allen Interessenten bestaunt und begutachtet werden.

Historische Gebäude und architektonische Schätze

Denkwürdig sind auch zahlreiche andere Kölner Bauten: Am ganzen Wochenende konnten die Besucherinnen und Besucher der Stadt historische Gebäude und architektonische Schätze kennenlernen, die man sonst nicht so einfach betreten kann. Bundesweit wird der Denkmal-Tag seit 30 Jahren am zweiten Sonntag im September gefeiert, in Köln nimmt man sich dafür gleich zwei Tage Zeit. „Weil wir einfach so viele wunderbare Denkmäler haben“, erklärt Stadtkonservator Thomas Werner. Rund 9500 seien es in Köln, darunter etwa 360 im Besitz der Kirchen, rund 870 städtische Denkmäler sowie 7460 in Privatbesitz.

Am Tag des Denkmals sehen wir, dass Köln stets eine Bürgerstadt war.
Andreas Wolter, Bürgermeister der Stadt Köln

Mehr als 500 Veranstaltungen an mehr als 150 Orten zogen tausende Besucher an. Im frisch renovierten Hansasaal im Historischen Rathaus drängten sich zur Ansprache von Bürgermeister Andreas Wolter mehrere hundert Menschen. Wolter ist sich der Bedeutung des „Tag des offenen Denkmals“ für die Domstadt bewusst: „Am Tag des Denkmals sehen wir, dass Köln stets eine Bürgerstadt war. Wir erkennen an den vielen Bürgerbauten das Selbstbewusstsein der Menschen, die Vielfalt und die Offenheit.“ Monika Lepel, deren Architekturunternehmen Lepel & Lepel für die Renovierung des Saals verantwortlich zeichnete, betonte: „Für die Spezialdisziplin der Innenarchitektur ist das hier ein echter Feiertag. Endlich kann man so viele Denkmäler und ihre Schönheiten von innen betrachten.“

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Baptisterium aus dem 6. Jahrhundert

Auch die Dombauhütte oder die Domschatzkammer luden zur Besichtigung ein. Und sogar Kölns ältester Taufort, das normalerweise verschlossene Baptisterium aus dem 6. Jahrhundert im Osten des Kölner Doms, konnte am Samstag besichtigt werden. Kulturdezernent Stefan Charles zeigte sich überzeugt: „Köln zählt beim Tag des offenen Denkmals zu den Höhepunkten des bundesweiten Angebots, aber es muss uns gelingen, die Stadt noch besser zu positionieren.“ Als sein persönliches Highlight nannte der Beigeordnete das Ubier-Monument.

Als großartige Beispiele für die ästhetische Architektur der 1950er-Jahre gelten das Amerika-Haus und das Institut Francais. Im Programm stand zudem auch eine Sonderzugfahrt auf der „Klüttenbahn“ zwischen Niehler Hafen und Frechen. Der Leiter des Museumsdienstes, Matthias Hamann, dankte allen privaten Eigentümern, dass sie am Denkmaltag für Tausende ihre Türen öffneten..

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