Abo

OB Reker beendet TauziehenWirtschaftsförderer Josipovic bleibt bis Ende 2020

2 min

Im Herbst soll die KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH vom Stadthaus Deutz an den Börsenplatz 1 umziehen. Die Büroräume in der Innenstadt werden gerade renoviert.

Köln – Michael Josipovic wird voraussichtlich bis zum Ende 2020 Geschäftsführer der neu gegründeten Köln Business Wirtschaftsförderungs-GmbH bleiben. „Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien haben sich die Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Beigeordnete Markus Greitemann und Herr Josipovic auf eine Verlängerung bis Ende 2020 verständigt“, sagt Rekers Sprecher Alexander Vogel.

Um den Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, der als zweiter Geschäftsführer in die neu gegründete Gesellschaft gewechselt hat, hatte sich ein politisches Ränkespiel entsponnen. Josipovic soll als zweiter Geschäftsführer neben dem von außen geholten Geschäftsführer Manfred Janssen den Brückenkopf zur Verwaltung bilden. Damit der 65-Jährige so beim Aufbau der ausgegliederten Wirtschaftsförderung helfen kann, sollte sein Vertrag bis zu seinem 67. Lebensjahr laufen. So war es im Vorfeld der Personalie mit der Verwaltungsspitze und der Politik abgesprochen worden.

Doch plötzlich hieß es, Josipovic werde doch schon in diesem Jahr in den Ruhestand gehen. Seine Urlaubsansprüche eingerechnet, wäre das nahezu einer sofortigen Trennung von dem erfahrenen Verwaltungsmann gleichgekommen. Inoffiziell wurde Kritik an seiner Arbeit laut als Begründung für das Vorgehen. Auffällig dabei war aber: Seit März ist Josipovics Frau Christiane Jäger Vorsitzende der Kölner SPD.

Die oppositionelle SPD zeigte sich entsetzt. Der Fraktionsvorsitzende Christian Joisten warf Reker vor, Personalpolitik mit parteipolitischen Interessen zu vermischen. Für die Grünen erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher Jörg Frank, dass ein Vertrag nur bis Ende dieses Jahres allen vorherigen Absprachen widersprechen würde. Frank wollte im Zweifel den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft mit der Personalie beschäftigen. Ein politisches Tauziehen um Josipovic drohte, das nun mit der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung verhindert wurde. „Die Oberbürgermeisterin und der zuständige Beigeordnete Greitemann schätzen die Arbeit von Michael Josipovic“, sagt Vogel dazu. Mit Josipovic sei im Vorfeld lediglich eine Vertragslaufzeit bis Ende 2019 abgesprochen worden. „Planmäßig wurde in Abhängigkeit des Verlaufs des Aufbauprozesses der GmbH darüber verhandelt, ob eine Verlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus sinnvoll und notwendig ist“, sagt der OB-Sprecher.

Dass nun der Vertrag bis Ende 2020 verlängert wurde, ist wohl kein zufällig gegriffenes Datum. Die Personalie Josipovic soll aus dem Wahlkampf für die Kommunalwahl im kommenden Jahr herausgehalten werden. Nach der Wahl können sich dann eventuelle neu gefundene Mehrheiten mit der Nachfolge des Wirtschaftsförderers beschäftigen.