Im Karneval steigen die Kosten für die Veranstalter. Das wirkt sich auch auf die Preise für Sitzungen und Partys aus.
Tickets, Kölsch und KostümeSo wirken sich steigende Kosten auf den Kölner Karneval aus

Die Preise für Veranstaltungen des Kölner Karneval sind in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen.
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Beim Essen und Trinken oder auch beim Sprit für das eigene Auto müssen die Menschen schon seit Jahren immer tiefer in die Tasche greifen. Das wirkt sich auch auf das Feiern an Karneval aus. Wir haben nachgefragt, wie sich die Preise bei den Karten für Sitzungen und Kostümbälle oder auch beim Kölsch im Saal und auch bei den Kostümen auswirken.
„Wir überprüfen jedes Jahr unsere Veranstaltungen mit Blick auf die stetig steigenden Kosten für Sicherheit, Technik oder auch für die Künstler. Entsprechend mussten wir auch immer wieder die Kosten für die Eintrittskarten anpassen“, berichtet der Vizepräsident der Blauen Funken, Armin Hoffman. Dabei sei man bemüht, gerade bei den jungen Formaten wie bei der Partysitzung „Krüzz un Quer“ am Karnevalssonntag Erhöhungen zu vermeiden, um weiter neue junge Zielgruppen ansprechen zu können. So ist hier der Kartenpreis von 39 Euro in den vergangenen Jahren unverändert geblieben.
Bei der Kostümsitzung des Traditionskorps ist der Preis im Vergleich zum Vorjahr um zwei Euro auf jetzt 60 Euro gestiegen. Beim großen Kostümball „Fest in Blau“ an Weiberfastnacht im Gürzenich gibt es die Karten in diesem Jahr für 46 Euro, im Vorjahr gab es diese noch für 44 Euro. „Man fragt sich da natürlich auch immer, wo die Kostenspirale noch hinführen wird und wie man es als Gesellschaft schaffen kann, dass die Karten noch bezahlbar bleiben“, sagt Hoffman.
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Die Kölsch-Preise sind in den Sälen von Koelncongress gleich geblieben.
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„Die Preise für karnevalistische Veranstaltungen sind in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen. Haupttreiber sind deutlich höhere Kosten für Security und weitere Dienstleister, gestiegene behördliche Auflagen, höhere Saal- und Produktionskosten sowie steigende Künstlerhonorare. Auch GEMA-Gebühren erhöhen sich nahezu jährlich“, beschreibt der Vizepräsident der Roten Funken, Boris Müller, die aktuelle Situation für die Karnevalsgesellschaften.
Die Ticketpreise für Sitzungen und Partys würden nur moderat angepasst. „Von der Session 2025 auf 2026 lag die Steigerung bei Sitzungen bei rund fünf Prozent. Bei Partys versuchen wir – wenn überhaupt – nur sehr behutsame Erhöhungen umzusetzen, da bestimmte Formate preislich sonst nicht mehr akzeptiert würden.“ Bei den Tribünen waren dagegen deutlichere Anpassungen von etwa zehn bis 15 Prozent notwendig. „Grund sind vor allem stark gestiegene Sicherheits-, Auf- und Abbaukosten sowie höhere Gebühren der Stadt und externer Dienstleister“, so Müller.
Das Biwak am Karnevalssamstag bleibe bewusst ein niederschwelliges Fest für alle. Die Preise wurden um rund zehn Prozent erhöht, maßgeblich bedingt durch ein aufwendigeres Sicherheits- und Zutrittskonzept. „Für 15 Euro erhalten Besucherinnen und Besucher Kölsch von 9 bis 14 Uhr, Erbsensuppe mit Brötchen sowie ein hochwertiges Bühnenprogramm mit Traditionskorps und Spitzenbands. Der Eintritt ohne Verzehr ist weiterhin frei, so lange es ausreichende Platz-Kapazitäten gibt“, sagt Müller. Grundsätzlich versuche man, Kostensteigerungen nur in einem vertretbaren Rahmen weiterzugeben und Karneval kein Luxusprodukt werden zu lassen.

Das Funkenbiwak der Roten Funken soll auch preislich ein niederschwelliges Fest für alle bleiben.
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Ähnlich sieht es auch bei der Ehrengarde aus: „Die Eintrittspreise haben wir in diesem Jahr je nach Veranstaltung etwa fünf bis zehn Prozent angepasst, um den Kostensteigerungen entgegenzuwirken“, erklärt Pressesprecher Benedikt Conin. Bei der Bürgergarde blau-gold konnten dagegen Preiserhöhungen im laufenden Jahr noch vermieden werden.
Bei der KG Frohsinn bleiben die Preise in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr gleich, werden aber im Vorverkauf für die kommende Session erhöht. So steigen die Kartenpreise für die Kostümsitzung im Gürzenich von 59 auf 65 Euro. Die Party „Konfetti-Club“ im Wartesaal wird im kommenden Jahr statt 39 mit 45 Euro zu Buche schlagen. „Hier gibt es aber Ermäßigungen um 50 Prozent für Schüler und Studenten“, sagt Pressesprecherin Stephanie Wersig.
Auch bei der Großen Kölner bleiben die Kartenpreise in diesem Jahr bei vielen Veranstaltungen stabil, werden aber für 2027 erhöht. Es gab aber auch bei einzelnen Formaten auch aktuell Preissteigerungen: So zahlen die Jecken in diesem Jahr zum Beispiel für die Kostümsitzung am Karnevalssonntag im Gürzenich 53 Euro wie im Vorjahr, 2027 kosten die Karten dann 55 Euro. Bei der Party „Sweet Fastelovend“ im Gloria sind die Ticketpreise im Vergleich zum Vorjahr um zwei Euro auf 22 Euro gestiegen und kosten 2027 24 Euro.
Insgesamt sind wir bemüht, dass wirklich jeder Jeck etwas bei uns findet, weil wir der Meinung sind, dass sich Karneval jeder leisten können muss.
Beim Kölner Festkomitee gibt es mit Blick auf Sitzungen, Tribünen und Merchandiseprodukte nur wenige Preisanpassungen: „Die Festabzeichen sind im Preis von 12 auf 12,50 Euro gestiegen, weil sich die Produktionskosten leicht erhöht haben. Die Hörfunknutzung hat im Vorjahr überall im Saal 60 Euro gekostet“, sagt Pressesprecherin Tanja Holthaus. „Dieses Jahr kostet die Empore im Gürzenich hinten weiter 60 Euro, das Parkett kostet nun 66 Euro und wurde so an die beiden Fernsehsitzungen angepasst.“ Der Rest sei gleich geblieben.
Was die Preise für Kölsch, Wein und Snacks in den Räumen von Koelncongress wie im Gürzenich, dem Theater am Tanzbrunnen, dem Kristallsaal oder der Flora angeht, gab es in diesem Jahr keine Preiserhöhungen. „Wir wollten da nach der Senkung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn bei der Kalkulation für die Veranstaltungen erst einmal Ruhe einkehren lassen“, sagt Geschäftsführer Ralf Nüsser. So kostet das Kölsch in allen Sälen weiter 3,10 Euro. Weißwein gibt es im Gürzenich und am Tanzbrunnen ab 28 Euro und in der Flora ab 36 Euro. Die Currywurst kostet im Gürzenich sechs und am Tanzbrunnen 7,80 Euro.
Auch Kostüm-Preise sind gestiegen
Im Maritim-Hotel mit dem großen Ballsaal kostet das Kölsch ebenfalls 3,10 Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent teurer geworden. „Den günstigsten Wein gibt es für 35 Euro, im Vorjahr lag der Preis noch bei 33 Euro“, berichtet Hoteldirektor Henrik Große-Perdekamp. „Bei alkoholfreien Getränken wie Wasser und Saft sowie bei Snacks wie Suppe oder dem Käseteller gab es keine preislichen Veränderungen.“
Ein Blick auf die Preise für Kostüme und Zubehör zeigt: „Grundsätzlich kann man sagen, dass in unserem Segment die Preise deutlich moderater steigen, als in vielen anderen Branchen“, sagt Deiters-Inhaber Herbert Geiss. Die höheren Liefer-, Energie- und Personalkosten spielten in die Kalkulation rein. Er erklärt, dass sie durch die Vielzahl an neuen Filialen natürlich auch höhere Stückzahlen bestellten, was sich positiv auf den Preis auswirke, und dass sie im Vergleich zu vor 15 Jahren auch deutlich mehr selbst produzierten. Geiss zeigt sich optimistisch: „Insgesamt sind wir bemüht, dass wirklich jeder Jeck etwas bei uns findet, weil wir der Meinung sind, dass sich Karneval jeder leisten können muss.“
