Liveblog KarnevalKölner Sternmarsch am Tanzbrunnen verzichtet auf laute Töne

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Der Kölner Sternmarsch am Tanzbrunnen in Köln

Köln – Am Donnerstag hat in Köln der Ausnahmezustand begonnen. Der Beginn des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht läutet eigentlich sechs tolle Tage ein. Doch mit der Absage des Rosenmontagszugs und angesichts der Ukraine-Krise ist die Feierlaune gedämpft. Aktuelles in unseren Liveticker:

Freitag, 25. Februar

Kölner Sternmarsch mit ruhigeren Tönen

19.15 Uhr: Etwas ruhiger als sonst war der Sternmarsch in diesem Jahr angesichts der Situation in der Ukraine. Die Bläck Fööss und Klüngelköpp verzichteten auf laute Töne, der Jugendchor St. Stephan setzte mit „Liebe gewinnt“ von Brings zum Abschluss ein treffendes Statement. „Unser Karneval ist weltoffen, bunt und tolerant. Wenn wir für diese Werte einstehen, wird es keinem Despoten gelingen, uns zu unterdrücken“, sagte Prinz Sven, der mit dem Dreigestirn auftrat. Rund 1000 geladene Gäste aus 40 Gruppen der Veedelszöch und zwölf Schulen saßen im Publikum. Die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums als Ausrichter Veranstaltung hatten die Bühne in den Nationalfarben der Ukraine – blau und gelb – ausgeleuchtet.

Alles zum Thema Henriette Reker

Der Sternmarsch war zuvor coronabedingt vom Alter Markt in den Tanzbrunnen verlegt worden. 

Sonst findet der Sternmarsch am Alter Markt statt und gilt als eine der stimmungsvollsten Abendveranstaltungen im Karneval. Die Gruppen versammeln sich dabei an mehreren Punkten in der Stadt und treffen sich aus allen Himmelsrichtungen kommend auf dem Alter Markt. Aufgrund der Corona-Lage fand der Sternmarsch dieses Mal im Tanzbrunnen statt. (sim) 

Kölns Dreigestirn traurig über Absage

19.00 Uhr: Es gibt wohl kaum ein Dreigestirn, das so gebeutelt aus der Regentschaft heraustritt wie das aktuelle. Prinz Sven I. (Oleff), Bauer Gereon (Glasemacher) und Jungfrau Gerdemie (Dr. Björn Braun) bezeichneten ihre Zeit bereits vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine als „Achterbahnfahrt“.

Die Session 2020 fand größtenteils digital statt, der Rosenmontagszug schrumpfte auf Puppenformat. „Dreigestirn auf Abstand“ wurde das Trifolium genannt. So bekam das Traditionskorps der Altstädter erstmals in der 200-jährigen Geschichte des Karnevals die Ehre, das Dreigestirn eine zweite Session in Folge zu stellen. Doch zum Sessionsauftakt am 11.11. infizierte sich der Prinz mit dem Coronavirus, die Proklamation fand ohne Publikum statt. Dann sollte der Zug wenigstens durchs Stadion ziehen. Doch die Meldung vom Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine an Weiberfastnacht, überschatten das jecke Treiben.

Das Dreigestirn sei nach der erneuten Absage am Boden zerstört gewesen, sagt Michael Kramp, Sprecher des Festkomitees. In einem langen Gespräch wurde beraten, wie es weitergeht mit den so rar gesäten Terminen zum Sessionsende. Man will vor allem die sozialen Termine wahrnehmen. Am Freitag trat das Trifolium vor einem Krankenhaus auf. Am Abend dann in der Flora. „Die Leute empfinden das als Wertschätzung“, sagt Kramp. Es gebe dem Dreigestirn und den Menschen in diesen schweren Zeiten Kraft. Die, die zu den Terminen kommen, hätten sich bewusst dazu entschieden.

Beim Rosenmontagszug 2023 will das aktuelle Trifolium keine Sonderrolle. „Das neue Dreigestirn soll die volle Aufmerksamkeit bekommen“, heißt es von Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie.

Veranstaltung im Tanzbrunnen soll stattfinden

18.20 Uhr: „Die Grosse SchälZick“ am Sonntag bleibt bisher so wie geplant. Die Open-Air-Veranstaltung beginnt um 9.45 Uhr. Das Programm wurde bisher nicht geändert. So sollen zahlreiche namhafte Bands wie Brings, Klüngelköpp oder Cat Ballou auf der Bühne stehen.

Festkomitee nennt Details zur Friedensdemo

16.00 Uhr: Die Demonstration startet um 10:00 Uhr auf dem Chlodwigplatz mit einer kurzen Kundgebung. Die Strecke wird über die Severinstraße, den Neumarkt, den Rudolfplatz und die Ringe in Richtung Mohrenstraße über eine Gesamtlänge von rund 4,5 Kilometern führen. „Der Kölner Karneval kann mehr als feiern und schunkeln. Er lebt vor allem von der Solidarität und der Gemeinschaft, Werte wie Freiheit und Gleichheit sind unser oberstes Gut. Alles hät sing Zick – und jetzt ist es an der Zeit, sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen“, so Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees.

Unterstützt wird das Festkomitee bei der Organisation bereits von vielen Kölner Künstlern und Vereinen, darunter Arsch Huh e.V., das Bündnis Köln stellt sich quer, KLuST e.V. und Brings. „Wir freuen uns über jeden Teilnehmer, gerne im Kostüm, gerne bunt und laut“, betont Kuckelkorn. „Aber wir machen eine Demonstration, keinen Rosenmontagszug, das sollte jeder Jeck berücksichtigen.“ Dementsprechend werden keine Festwagen mitgenommen und keine Kamelle geworfen. Lediglich dem Demonstrationszug vorangestellt wird ein Persiflagewagen zur Situation in der Ukraine. (ta)

Friedensdemo: Polizei erwartet mindestens 30 000 Teilnehmer

15.30 Uhr: Nach Polizeiangaben werden bei der Demonstration am Rosenmontag mehrere zehntausend Menschen erwartet. „Derzeit gehen wir von 30 000 Teilnehmern aus“, sagte ein Polizeisprecher der Rundschau. Vermutlich würden es aber noch deutlich mehr werden. Mehrere Verbände, Vereine und Organisationen würden sich der Demonstration anschließen. Derzeit sei bekannt, dass es auch aus Reihen des 1. FC Köln eine Teilnahme gibt, teilte die Polizei weiter mit. Auch „Köln gegen Rechts“ will mitlaufen. (ta)

Reker sagt Empfang von Kinderdreigestirn ab

15.13 Uhr: Der traditionelle Empfang der Oberbürgermeisterin für das Kinderdreigestirn am Karnevalssonntag wurde angesichts der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine abgesagt.

Bühnenprogramm am Alter Markt abgesagt

11.52 Uhr: Das karnevalistische Bühnenprogramm am Alter Markt für Freitag ist abgesagt. Das teilten Agrippinas Töchter, ein Zusammenschluss der Frauen-Gesellschaften Colombina Colonia, Schmuckstückchen, De Kölsche Madämcher und 1. Damengarde Coeln, am Freitagmorgen mit.

Donnerstag, 24. Februar

Erste Bilanz vom Treiben an Weiberfastnacht

18.30 Uhr: Die Stadt hat am Donnerstagabend eine erste Bilanz des jecken Treibens veröffentlicht: 71 Jugendliche wurden im Rahmen des Jugendschutzes kontrolliert, 51 mussten mitgebrachten Alkohol und Zigaretten abgeben. 32 Gaststätten wurden kontrolliert, in einem Fall wurde angedroht, die Musikanlage sicherzustellen, falls die Musik nicht leiser gestellt wird.14 Personen wurden wegen des Glasverbots angesprochen und mussten ihre Getränke umfüllen.17 Hilflose Personen wurden an den Rettungsdienst übergeben, zwei wurden ins Krankenhaus gebracht. 37 Wildpinkler wurden trotz zahlreich vorhandener Toiletten festgestellt. (ta)

Drei Mitarbeiter des Ordnungsamts im Zülpicher Viertel verletzt

18.24 Uhr: Bei einem Widerstand im Zülpicher Viertel wurden drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes verletzt. Ein Mitarbeiter musste im Krankenhaus behandelt werden und ist dienstunfähig. Mehrere Frauen hatten das Ordnungsamt um Hilfe gebeten, weil sie sich sexuell belästigt fühlten. Als der Mann daraufhin von den Einsatzkräften angesprochen wurde, schlug er um sich und prügelte massiv auf die Ordnungskräfte ein. Es wurden Strafanzeigen geschrieben. (ta)

Kasalla thematisieren Ukraine-Krieg bei ihrem Auftritt

17.00 Uhr: Die Jungs von Kasalla haben inzwischen ihren ersten Auftritt im Jugendpark absolviert. „Den Angriff auf die Ukraine haben wir natürlich in den Ansagen thematisiert“, berichtet Sänger Bastian Campmann. „Wir haben die Momente auf der Bühne genutzt, um den Leuten mitzuteilen, wie wir uns fühlen. Man merkt schon, dass das angenommen wird.“ Die Band werde auch am Abend auf dem Alter Markt auftreten, sofern nicht die ganze Veranstaltung abgesagt werde.

Eine Prognose, ob Kasalla auch in den nächsten Tagen auf die Bühne gehen wird, will er nicht abgegeben. „Wir entscheiden jetzt von Tag zu Tag und werden morgen früh darüber reden.“ Die Entscheidung, den Rosenmontagszug abzusagen und stattdessen eine Friedensdemo zu veranstalten, sei „vollkommen richtig“, so Basti Campmann. Hat er Erwartungen, was der offizielle Karneval jetzt noch tun sollte? Da will der Sänger keine Ratschläge geben. Mit dem Zoch sei ja bereits die zentrale Veranstaltung abgesagt worden. „Man kann sich jetzt, glaube ich, nicht anmaßen, die Situation für andere schon für die nächsten Tage einzuschätzen, wenn man selber von Stunde zu Stunde entscheidet.“

Unwetterwarnung für Köln – Durchsagen im Zülpicher Viertel

16.40 Uhr: Feierende aufgepasst: Für die Stadt Köln gibt es eine amtliche Unwetterwarnung. Es drohen Gewitter mit Orkanböen von bis zu 100 Stundenkilometern. Dies teilte die Kölner Polizei mit. Es gibt Durchsagen im Zülpicher Viertel, die zur Vorsicht ermahnen. Die Stadt fordert Feiernde dazu auf, öffentliche Bereiche zu verlassen. (ta)

Zülpicher Straße: Feiernde wollten Eingangskontrollen stürmen

16.30 Uhr: Polizei und Ordnungsamt konnten am Donnerstagmittag an einer Sperrstelle zum Zülpicher Viertel verhindern, dass Feierende unkontrolliert auf die Partymeile gelangen. Wie zu erfahren war, wollten Feiernde Eingangskontrollen an der Moselstraße überrennen. Durch einen Einsatz von Polizei und Ordnungsamtes konnte dies verhindert werden. Ähnliche Vorfälle gab es auch zum Auftakt des Straßenkarnevals. Dabei gelangten zahlreiche Feiernden ohne Kontrollen ihres Impfstatus durch die Kontrollen. (ta)

Polizei: Fast nur Einsätze im Zülpicher Viertel

16.00 Uhr: Die Einsätze der Kölner Polizei beschränken sich bisher fast ausschließlich auf die Partymeile im Zülpicher Viertel. „Alle anderen Bereiche sind rar besucht“, sagte ein Polizeisprecher der Rundschau. Mit dem zunehmenden Alkoholkonsum würde auch die Aggressivität bei manchen Feierende steigen. Es gebe zunehmend Schlägereien und sexuelle Belästigungen von Frauen, hieß es weiter. Die Zülpicher Straße sei voll ausgelastet.  An den Eingängen müssen die Feiernden ihre Impfnachweise vorzeigen. (ta)

Voll, voller, Zülpicher

15.20 Uhr: Mit Abstand am meisten los ist derzeit in Köln im Zülpicher Viertel. Die Zülpicher Straße ist voll und die Zugänge sind gesperrt. Die Entlastungsfläche auf den Uniwiesen füllt sich weiter.

Friedensdemo statt Rosenmontagszug

14.11 Uhr: Wegen des Kriegs in der Ukraine hat das Festkomitee Kölner Karneval das für Montag geplante Rosenmontagsfest mit einem Umzug im Rheinenergiestadion abgesagt. Stattdessen werde man eine Friedensdemonstration mit Persiflagewagen auf Plätzen in der Kölner Innenstadt organisieren, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Festkomitees der Deutschen Presse-Agentur.

WDR ändert Programm – Radio Köln spielt keine Karnevalssongs

14.02 Uhr: Angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine ändert der WDR sein Programm. Das Radioprogramm WDR 4 hat am Morgen die Live-Strecke zum heute startenden Straßenkarneval eingestellt. Das WDR Fernsehen hat seit 11 Uhr live über den Karneval berichtet, hat aber aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Ukraine seine Berichterstattung über den Straßenkarneval um 14 Uhr beendet. Es wird fortlaufend über aktuelle Ereignisse informiert; die Sendung WDR Aktuell um 16 Uhr wird von 15 auf 45 Minute verlängert.

Das ZDF hat die für heute Abend geplant Fernsehübertragung der Sitzung „Mainz bleibt Mainz“ abgesagt; die Sitzung ist lediglich in der Mediathek zu sehen. Über weitere Programmänderungen wird in beiden Sendern derzeit beraten.

Radio Köln hat die Übertragung von Karnevalsmusik gestoppt.

Kasalla ist nicht zum Feiern zumute

14.00 Uhr: Der Krieg in der Ukraine – soll der Karneval abgesagt werden? Diese Frage beschäftigte auch die Band Kasalla, die heute an Weiberfastnacht zwei Auftritte nachmittags im Jugendpark und abends auf dem Alter Markt geplant hat. „Wir haben lange überlegt und diskutiert, was wir machen. Aller Voraussicht nach werden wir auftreten, das haben wir mehrheitlich so entschieden“, sagte Sänger Basti Campmann am Mittag der Rundschau. „Ich kann mir im Moment zwar schwer vorstellen, heute auf einer Bühne zu stehen, weil die Situation wirklich absurd und erschütternd ist.“ Aber einfach kommentarlos abzusagen, sei auch nicht unbedingt das Richtige. „Rausgehen zu den Menschen und das Thema anzusprechen, ist an einem solchen Tag vielleicht nicht ganz verkehrt.“ Die Band werde ihr Programm anpassen. Allerdings könne sich die Lage noch ändern, „die Ereignisse überschlagen sich ja gerade von Minute zu Minute“.

Der Kasalla-Frontmann betonte: „Ich persönlich würde heute definitiv nicht auf die Idee kommen, Karneval zu feiern, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Es sei ein zweischneidiges Schwert, viele Menschen hätten sich aufs Feiern gefreut, „vielleicht auch weil sie das für sich selber und die Seele brauchen“. Was sie in den nächsten Tagen machen werde, wisse die Band noch nicht, erklärte Campmann. „Ich wäre nicht unglücklich, wenn Termine abgesagt würden."

Großer Andrang im Zülpicher Viertel

13.23 Uhr: Die erste Entlastungszone auf der Uniwiese hat geöffnet. Die Fläche füllt sich aber nur langsam. Das Problem: Der Andrang am Kontrollpunkt 27 ist zu groß und überfordert das Sicherheitspersonal, das die 2G-Plus-Regeln gründlich kontrolliert.

Die Polizei meldet sich per Durchsage: "Sie müssen den Druck auf den Eingang reduzieren und zurückweichen. Sonst kommt niemand rein." Die Menge, die hauptsächlich von Bahnhof Süd aus kommt, wird aber größer.

Kneipen der Südstadt füllen sich nur langsam

13.00 Uhr: Morgens um 10 Uhr standen noch mehr Dixieklos als Jecke auf den Chlodwigplatz. Inzwischen ist der Platz fest in Jeckenhand. Engelchen und Teufelchen marschieren durch die Torburg, und auch die Ubierschänke bot beinahe das gewohnte Bild. 140 feierten und der Veedelskneipe, mehr durften nicht rein. In diesem Jahr kein Drama - in den umliegenden Südstadtkneipen ist noch Platz.

12.50 Uhr: Auch weiterhin steppt in der Altstadt nicht gerade der Bär. Hier die Impressionen von unserem Fotografen Nabil Hanano:

So sieht es in der Südstadt aus

12.50 Uhr: Die Schlangen vor den Bars und Kneipen werden auf der Zülpicher Straße langsam länger. "Wir wollen später auf jeden Fall noch irgendwo rein", sagt auch Matrose Marc. Die Regeln, die dafür erfüllt werden müssen, kennt er nicht im Detail. "Alle in unserer Gruppe sind geboostert und getestet. Damit sollte alles gehen." Einer seiner Freunde ruft dazwischen: "Regeln? Welche Regeln?" Der Alkoholpegel steigt.

Markus Vogt, Vorsitzendender des Vereins Gastro Kwartier Latäng, sagt: "Aktuell ist es im Vergleich zum Elften Elften noch etwas leerer. Wie es sich entwickelt, ist schwer zu sagen."

Feier am Alter Markt geht weiter

12.28 Uhr:  Am Alter Markt findet das Bühnenprogramm auch weiterhin statt. Hier einige Impressionen von unserem Fotografen Nabil Hanano:

12.25 Uhr: Angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine regt die Kölner CDU an, alle weiteren karnevalistischen Aktivitäten abzusagen. "Im Osten Europas sind Demokratie und Freiheit in akuter Gefahr", sagt der Kölner Partei- und Fraktionschef, Bernd Petelkau.  Alle Demokraten müssten jetzt weltweit gegen die russische Aggression zusammenstehen. Krieg dürfe kein Mittel der Politik sein. "Ich bin mir sicher, dass die Jecken, die sich heute kostümiert haben, in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine sind. Das Festkomitee sollte angesichts der aktuellen Entwicklung intensiv darüber nachdenken, alle weiteren Aktivitäten dieser Session abzusagen." (mft)

So feiern die Kölner im Zülpicher Viertel

12 Uhr: Unser Reporter Simon Westphal ist vor Ort im Zülpicher Viertel und hat dieses Video vom Auftakt des Straßenkarnevals 2022 mitgebracht. Dort ist es auch mit Abstand am vollsten in Köln. Angaben der Polizei zufolge sind bereits erste Entlasungszonen geöffnet worden.

Während im Zülpicher Viertel Gedränge herrscht und laut gefeiert wird, ist die Karnevalslage am Kölner Dom sehr überschaubar. Bisher verirrt sich dort kaum ein Jeck hin.

Karnevalfeier am Eigelstein noch verhalten

 11.40 Uhr: Noch is „om Eigelstein“ die Musik sehr verhalten. Nur aus den geöffneten Türen von ein paar Veedelskneipen dringt sie auf die Straße. Und die ist an Weiberfastnacht sogar leerer als sonst.

Noch steht sich das Kontrollpersonal vor den Kneipen zumeist untätig die Beine in den Bauch – keine Spur von den sonst üblichen Schlangen kostümierter Jecken. Nur am legendären Lapidarium steht ein Trüppchen Schlange hinter den Barken.

Die Zülpicher Straße füllt sich immer mehr:

„Make Fastelovend, not war“

11.10 Uhr: „Make Fastelovend, not war“ ist auf einem Schild im Fenster von „Oma Kleinmanns“ auf der Zülpicher Straße zu lesen. Die Botschaft stammt aus dem Jahr des Golfkriegs, als der Rosenmontagszug abgesagt worden war.

Geordnetes Jecksein auf dem Alter Markt

11.06 Uhr: Weiberfastnacht auf dem Alter Markt mal ganz anders. Wo vor Corona an diesem Tag der Frohsinn sich wild Bahn brach, herrscht nun geordnetes Jecksein auf Tribünen um mit viel Abstand zur Bühne.

Zülpicher Straße füllt sich langsam

10.41 Uhr: Im Bereich der Roonstraße füllt sich die Zülpicher Straße langsam. Richtung Bahnhof Süd ist die Straße dagegen deutlich leerer aus den Bars und Kneipen tönt bereits laute Party-Musik. Der Andrang an den Kontrollpunkten ist aber groß, vor allem von Barbarossaplatz aus. 

Wegen Lage in der Ukraine: Reker ohne Kostüm und Schweigeminute

10.13 Uhr: Kölns Oberbürgermeisterin empfängt zur Stunde das Kölner Dreigestirn im Rathaus. Wegen der Corona- Pandemie ist nur ein kleiner Empfang vorgesehen. Die OB wird dem Trifolium nicht auf die Bühne auf dem Alter Markt folgen. Wegen des Kriegs in der Ukraine verzichtet Reker auf ein Kostüm.

Zudem gibt es eine Schweigeminute wegen des Kriegs in der Ukraine. Reker sagt: „In Köln ist jeder willkommen, der durch Krieg vertrieben wird.“ 

„Heute morgen wurden wir von den schrecklichen Ereignissen in der Ukraine eingeholt. Wir haben uns das anders vorgestellt. Wir haben nun die Aufgabe, ein bisschen Freude unter die Leute zu bringen“, sagt Prinz Sven I.

Noch wenig los auf der Uniwiese

09.56 Uhr: Auf der Uniwiese ist es zurzeit noch ruhig. Wenn es auf der Zülpicher Straße später voller wird, sollen die großen umzäunten und mit DJ-Musik beschallten Flächen für Entlastung sorgen. Die Einlasskontrollen gehen bislang schnell und sorgfältig über die Bühne.

Kritik an den Entlastungsflächen äußert der Verein Gastro Kwartier Latäng. „Entgegen der ausdrücklichen Beteuerung der Stadtspitze, den öffentlichen Raum nicht zu bespielen und somit zusätzlich interessanter und anziehender zu machen, hat man an der Uni-Wiese auf zwei Areas ein lupenreines Festivalgelände eingerichtet, betrieben durch professionelle Veranstalter, mit Getränkeverkaufsflächen und Festival-tauglicher Beschallung", teilt der Vorsitzende Markus Vogt mit. Die ehemals dort betriebene Bühne wirke dagegen noch bescheiden, so Vogt. 

09.33 Uhr: Mittlerweile ist auch das Dreigestirn eingetroffen. Der Wilhelmplatz füllt sich weiter, trotz leichten Nieselregens herrscht langsam richtige Karnevalsstimmung.

Immer wieder wird zwischendurch auch auf die Lage in der Ukraine hingewiesen. Das Dreigestirn bekräftigt das Statement des Kölner Festkomitee, dass man sich von Despoten nicht die Grenzen des Frohsinns vorschreiben lasse, und dass es das falsche Signal wäre, jetzt auf alles zu verzichten.

Grenzen des Frohsinns „nicht von Despot diktieren lassen“

09.16 Uhr: Das Festkomitee Kölner Karneval wird nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine nicht alle Feierlichkeiten absagen. Das teilte das Festkomitee auf Anfrage der Rundschau mit. Zudem halte man eine Absage für das falsche Signal. Man sei in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine, aber man wolle sich die Grenzen des Frohsinns nicht „von einem Despoten diktieren lassen“.

Rathausschlüssel in Nippes übergeben

Pünktlich um 9.11 Uhr starten die Nippeser Jecken in die fünfte Jahreszeit. Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert übergibt den Rathausschlüssel an die orange-weissen Funken. Es ist ihre erste Schlüsselübergabe.

Die Schlangen von den Kontrollen werden länger, mittlerweile hat sich auch herumgesprochen, dass es zwei Eingänge gibt.

Wilhelmplatz in Nippes füllt sich

09.04 Uhr: Wie früher: Nippes macht den Anfang. Der Wilhelmplatz in Nippes füllt sich langsam, alles noch sehr übersichtlich. Die Einlasskontrollen funktionieren, die Jecken stehen brav an. Die Appelsinefunke sind bester Dinge, ganz zart wird schon geschunkelt. Das Programm für heute: Domstürmer, Cat Ballou, Lupo, Björn Heuser, das Kinderdreigestirn und viele andere.

Corona-Testnachweis fürs Feiern – Schlangen vor Testzentren

08.49 Uhr: In der Kölner Südstadt bildeten sich schon um 8 Uhr morgens Schlangen vor den Testzentren. An der Alteburger Straße etwa warteten Jecke und Unkostümierte geduldig auf den Abstrich in Rachen und Nase.

Seit 8 Uhr gilt ganz Köln als Brauchtumszone Um in einer Kneipe zu feiern, sind ein Booster-Nachweis und ein tagesaktueller Test notwendig. Viele Testzentren haben die Zahl der Mitarbeiter erhöht. Zahlreiche Jecke haben sich vorab Testtermine für jeden Tag reserviert. (mft)

Mittwoch, 23. Februar

16.15 Uhr: In Köln sollen nur geimpfte Narren mit einem zusätzlichen negativen Test oder einer Booster-Impfung Karneval feiern dürfen. Das gesamte Stadtgebiet wird zur ´Brauchtumszone» erklärt. Dadurch gilt an den Karnevalstagen in ganz Köln die 2G-plus-Regel.

Was ist wo und für wen erlaubt und welche Voraussetzungen gibt es? Eine Übersicht haben wir hier zusammengestellt:

15 Uhr: Zeit zum Einschunkeln. Wir haben hier ein paar Lieder zusammengestellt, die die Vorfreude noch steigern helfen.

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